2011-12-18 00:00
DEPRESSION: Der Erkrankung vorbeugen
Mindestens 4 Millionen Menschen in Deutschland leiden an behandlungsbedürftigen Depressionen, Frauen doppelt so oft wie Männer. Im Laufe ihres Lebens erkranken rund 10–18 Prozent aller Menschen einmal an einer Depression. Unter Depression verstehen Fachleute eine ernst zu nehmende und übrigens sehr gut zu behandelnde Erkrankung, die nichts mit einer vorübergehenden Niedergeschlagenheit und schon gar nichts mit persönlicher Schwäche zu tun hat.
Diese Krankheit ist dadurch gekennzeichnet, dass Betroffene nicht darauf reagieren können und sich mit ihrer Willenskraft nicht aus dem Tief herausbefördern können. Bei depressiven Patienten gehen deutliche Veränderungen in der Gedanken- und Gefühlswelt sowie in der Willensstärke, tiefe Resignation und Melancholie oftmals mit körperlichen Beschwerden einher. Diese Kombination wiederum beeinträchtigt die Lebensfreude, die Erlebnis- und Leistungsfähigkeit wie kaum eine andere Krankheit. Aus diesem Teufelskreis herauszukommen, gelingt den wenigsten. Depressionen sind heilbar! Depressionen gehören unbedingt in die Hände eines erfahrenen Arztes, um ein optimales Behandlungskonzept und die richtigen Medikamente herauszufinden.
Die Chemie stimmt nicht mehr
Verschiedene Faktoren wie Veranlagung, persönliche Belastungen, biologische Veränderungen oder bestimmte Persönlichkeitsstrukturen sind in der Lage, den Gehirnstoffwechsel so gehörig durcheinanderzuwirbeln, dass dadurch Depressionen entstehen können. Mehr noch: Die bisherigen Forschungsergebnisse belegen deutlich, dass hinter Depressionen eine mit dem Willen nicht beeinflussbare körperliche Erkrankung steckt, die nichts mit dem umgangssprachlichen „Knacks im Kopf“ zu tun hat. Viele wirksame Medikamente gegen Depressionen setzen daher erfolgreich genau an den dahinterliegenden Funktionsstörungen an.
Depressionen behandeln: je eher, desto besser
Erschreckende Zahlen von der Düsseldorfer Universität: Nur rund die Hälfte aller Depressionen wird erkannt. Eine rechtzeitige Diagnose und Therapie versprechen jedoch bei fast allen Patienten große Erfolge. Und sie bewahren Leben. Denn die depressionsbegleitenden körperlichen Beschwerden und der hohe Verlust an Lebensqualität steigern das Leid oft derartig, dass eine nicht unerhebliche Zahl der chronisch Erkrankten versucht, sich das Leben zu nehmen. Je länger eine Depression unentdeckt bleibt, desto höher steigt das Risiko.
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